Wofür schlägt Ihr Herz? Finden Sie Ihre Berufung! (Teil 1)




Inhalt

Teil 1

Kindliche Träumereien

Berufung finden – Luxusproblem?

Wofür schlägt Ihr Herz? Finden Sie es heraus!

A. Was bringe ich mit?

  1. Der rote Faden Ihrer Vergangenheit

  2. Stärkensuche mit Motiv- und Werteorientierung

  3. Negative Glaubenssätze auf dem Prüfstand

  4. Weitere hilfreiche Fragen

Teil 2

B. Was will ich?

  1. Realistisch bleiben

  2. Imagination: Erfolgsgeschichte

  3. Zukunftsvision formulieren

C. Wie schaffe ich das?

  1. Imagination: Horrorstory

  2. TUN statt denken und reden

  3. Risiken prüfen und Lösungen erarbeiten

  4. Unterstützung suchen



Kindliche Träumereien


Immer wenn ich meinen 5-jährigen Sohn frage was er später einmal werden möchte, hat er direkt ganz konkrete Vorstellungen von seiner Zukunft: von Taucher über Feuerwehrmann bis Astronaut und Tierarzt habe ich alles schon einmal gehört - inspiriert aus seiner Welt bestehend aus Helden, Lego, Trickfilmen und unendlich vielen Büchern und Hörspielen. Kindliche Vorstellungen vom späteren Berufsleben sind ja alle sehr ähnlich. Ob am Ende einer seiner Berufswünsche Realität wird und/oder seiner Berufung entspricht, zeigt die Zeit.


Aber ich weiß momentan ganz sicher wofür sein Herz schlägt: Ich sehe einen Jungen, der Bücher liebt, der stundenlang Geschichten lauscht, der mit einer großen Begeisterung und über Stunden Lego baut, der Yoga liebt, der uns alle in Grund und Boden redet mit seiner großen Fantasie, der trotz seinen 5 Jahren wahnsinnig diplomatisch ist und auf jeden mit seiner offenen Art zugeht um „Hallo“ zu sagen.

Der im Gegenzug dazu kein großer Sportler ist, es nicht mag, wenn es zu laut ist, Situationen manchmal ewig beobachtet, bevor er selbst aktiv wird und der sich voll und ganz in Tagträumereien verlieren kann. Alle diese Dinge lebt er momentan aus oder lässt sie uns Tag für Tag spüren.

Denn Kinder wissen ganz genau was sie wollen und was nicht, weil sie einen viel besseren Zugang zu sich haben. Sie haben eine ganz reine Sicht auf Ihre Wünsche, Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten größtenteils noch unbeeinflusst von äußerlichen Erwartungen.


Desto älter wir allerdings werden, desto eher geht uns dieser Zugang zu uns verloren. Gründe dafür sind u.a. die größer werdende Erwartungshaltung unserer Eltern, Ratschläge der Lehrer, der gesellschaftliche Druck oder auch der Druck den wir uns selbst machen. Alle meinen uns sagen zu müssen, was wir tun sollen und was das Beste für uns ist. Und schwupp sind wir Akteur in unserem eigenen fremdbestimmten Leben. Berufliche Wünsche? Kindheitsträume? Dafür haben wir jetzt keine Zeit, denn wir müssen einem Leben nachgehen, dass uns nicht wirklich glücklich macht.


Das führt mich kurz zu folgender kurzer Geschichte, die mir einmal ein Trainer in einem Seminar erzählte.


Ein Spaziergänger trifft in einem Wald auf einen Holzfäller, der mühsam versucht, mit seiner stumpfen Säge einen Baum zu fällen.


Er tritt an ihn heran und fragt „Aber guter Mann, Ihre Säge ist ja ganz stumpf. Warum schärfen Sie sie denn nicht?“


Darauf antwortete der Holzfäller: „Die Säge zu schärfen hatte ich keine Zeit, ich musste doch Bäume fällen.“


(Angelehnt an: Quelle: https://www.motivate-yourself.de/geschichte-holzfaeller-waldarbeiter-saege-stumpf/)


Stellen Sie sich mal folgende Fragen:

  • Was sind Ihre Prioritäten in Ihrem Leben?

  • Sind Ihre Prioritäten für Sie richtig gesetzt oder macht es Sinn diese zu überdenken?

  • Haben Sie das Gefühl, dass auch Sie sich Zeit nehmen sollten, um Ihre „Säge zu schärfen“, d.h. in diesem Fall zu schauen, was Sie beruflich glücklich macht?



Berufung finden – Luxusproblem?


Immer wenn ich mit Menschen über das Thema berufliche Neuausrichtung spreche und darüber, ein berufliches Leben im Einklang mit den eigenen Begabungen, Motiven, Werten und schlussendlich der eigenen Persönlichkeit zu führen, fällt früher oder später dieser eine Satz: „Das ist doch ein Luxusproblem“.


Aber aus welchem Grund ist es ein Luxusproblem, sich um sich zu kümmern und seine eigene berufliche Zufriedenheit ja sogar sein berufliches Glück anzustreben? Weil es Menschen gibt, die sich diese Frage nicht stellen können? Und weil wir froh sein sollten, überhaupt einen Job zu haben? Weil es uns doch gar nicht so schlecht geht?


Menschen, die (in diesen unsicheren Zeiten) weniger Wahlmöglichkeiten haben als andere, wird es leider immer geben. Und einen sicheren Job zu haben, den wir nicht mögen und der uns unglücklich macht, ist in meinen Augen zwar eine Existenzsicherung, aber am Ende kein persönlicher Gewinn.


Ungewöhnliche Frage, aber dennoch:


Wenn Sie auf dem Sterbebett liegen, auf was möchten Sie dann zurückblicken?


Nehmen Sie sich ganz bewusst mal einen Moment Zeit dafür...



Wofür schlägt Ihr Herz? Finden Sie es heraus!


A. Was bringe ich mit?


In diesem Kapitel geht es darum zu schauen, wer Sie sind. Möchten Sie in Zukunft zufriedener sein, ist der erste Schritt sich zunächst noch etwas besser kennenzulernen.



1. Der rote Faden Ihrer Vergangenheit


„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux


Anfangs hatte ich von meinem Sohn und seinem ganz reinen Zugang zu seinen Begabungen, Wünschen und Bedürfnissen geschrieben. Nun ist er noch klein, wie wir alle mal klein waren. Und möglicherweise haben wir im Laufe unseres Lebens vergessen, wie wir als Kind waren, was uns angetrieben hat und was wir mit großer Begeisterung immer gerne gemacht haben.


Können Sie sich noch erinnern, wann Sie besonders in etwas aufgegangen sind? Was Ihre besonderen Begabungen und Neigungen waren? Denken Sie gerne auch mal an Ihre Schulzeit zurück. Welche Fächer mochten Sie besonders und welche gar nicht? Gab es Interessen, Hobby oder Leidenschaften die Sie immer begleitet haben und vielleicht sogar heute noch begleiten? Was ist es, was sich stets durch Ihr Leben gezogen hat?


Es lohnt sich diese Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen, denn möglicherweise entdecken Sie genau dadurch einen Anhaltspunkt was es ist, was Ihr Herz zum höherschlagen bringt und Ihnen immer viel Spaß gemacht hat und Ihnen wieder Spaß und Freude bringen kann. Wenn es Ihnen schwerfällt, überlegen Sie, ob es Menschen gibt, die Ihnen dahin gehend weiterhelfen können.


Was sind Ihre Erkenntnisse? Und wie passt das, was Sie herausgefunden haben, zu Ihrem aktuellen Beruf?



2. Stärkensuche mit Motiv- und Werteorientierung


„Es gibt bei jeder Handlung erstens das wirkliche Motiv, das verschwiegen wird, zweitens das präsentable, eingeständliche Motiv.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche)


Wenn Sie sich auf die Suche nach Ihren Stärken machen, geht es u.a. darum herauszufinden, worin Sie gut sind, was Ihnen immer gut gelingt und was Sie auszeichnet. Auf Ihrem Weg zum beruflichen Glück sollten Sie allerdings nur solche mit einbeziehen, die auch zu Ihrer Persönlichkeit, zu Ihren Motiven und Werten passen. Also nur weil jemand ein talentierter Sänger ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch eine Gesangskarriere anstreben möchte. Vielleicht findet dieser Mensch es schrecklich vor Publikum aufzutreten und schreibt lieber Kinderbücher.


Das heißt Stärkenorientierung ist wichtig, aber Motiv- und Werteorientierung ist meines Erachtens noch wichtiger.


Verhalten wir uns im Einklang mit unseren Motiven und Werten bzw. üben eine Tätigkeit aus, die mit unseren Motiven und Werten im Einklang ist, sind wir motivierter und zufriedener. Wir werden unsere Tätigkeit im Allgemeinen nicht als anstrengend empfinden. Gehen wir im Gegenzug einer Beschäftigung nach, die entgegen unserer Motive und Werte ist, dann wird es uns vermutlich schwerer fallen, den Job auszuüben.


Daher verbinden Sie die Drei unbedingt miteinander und nehmen Sie nur solche Stärken für sich mit auf den Weg zur Berufungsfindung, die auch wirklich zu Ihnen und Ihrem Charakter passen.


Anschließend kann eine Ideensammlung folgen mit der Frage: Was ist der ideale Job, der alle Ihre Stärken, Motive und Werte verbindet? Gehen Sie das Thema zunächst konzentriert alleine an. Im zweiten Schritt holen Sie gerne Menschen dazu, die Sie gut kennen. Erstens kommen dann Ideen zustande, die für Sie möglicherweise zunächst nicht so naheliegend waren und zweitens macht es viel mehr Spaß. Zudem ist es gut den Blick von außen auf diesem wichtigen Weg mit einfließen zu lassen. Denn Selbst- und Fremdbild sind selten identisch.


Aber...!


Wenn Sie schon viele viele Jahre mitten im Berufsleben stecken, ist die Erkenntnis etwas ändern zu müssen schwer und beängstigend. Denn seinem Herzen oder auch der Berufung zu folgen, kann bedeuten, dass sich Grundlegendes ändert. Die Angst vor Veränderung lähmt uns aber häufig.


Jedoch wenn Ihr Job nicht zu Ihnen passt und Sie möglicherweise sogar krank macht, ist es dann nicht Zeit etwas zu ändern?



3. Negative Glaubenssätze auf dem Prüfstand


„Die meisten Leute sind ungefähr so glücklich, wie sie sich zu sein vornehmen“ (Abraham Lincoln)


„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, „Ich bin zu alt, um noch etwas Neues zu beginnen“ oder „Ohne Fleiß kein Preis“. Es gibt unendlich viele Glaubenssätze und Überzeugungen in unseren Köpfen, die sich über unser ganzes bisheriges Leben eingebrannt haben die wir zum Teil von unseren Eltern übernommen haben und die uns einschränken und uns davon abhalten, das zu tun, was wir gerne tun würden. Folgen wir Ihnen, erreichen wir am Ende das Gegenteil von dem, was wir eigentlich wollten.


Stimmen diese Vorurteile und Denkmuster? In der Regel nicht! Wir glauben häufig nur ganz fest an diese, weil wir es gewohnheitsgemäß immer tun und es nicht hinterfragen! Wer sagt denn z.B. das Arbeit keinen Spaß machen kann oder darf?


Es ist Zeit Ihre Glaubenssätze ausfindig zu machen:

  • Welchen Überzeugungen folgen Sie?

  • Welche Verallgemeinerungen haben sich bei Ihnen eingebrannt (Sätze mit: jeder, alle, keiner, nie, immer usw.)

  • Welche Sätze fallen Ihnen ein, die Sie daran hindern Ihre Träume zu leben?


Schreiben Sie gerne mal alle diese Sätze auf. Nehmen Sie sich auch noch etwas mehr Zeit dafür, als nur diesen Moment. Spontan werden Ihnen möglicherweise nicht so viele einfallen, aber wenn Sie sich über die nächsten Wochen beobachten, werden Sie Ihre „Bremsblöcke“ ausfindig machen.


Haben Sie Ihre Liste fertig, dann hinterfragen Sie nun jeden einzigen Glaubenssatz auf den Wahrheitsgehalt. Ist das wirklich so?


Eine weiterführende und detaillierte Anleitung, um die eigenen Glaubenssätze aufzuspüren und aufzubrechen finden Sie hier.

Es wäre doch wirklich schade, wenn Sie wegen eingebrannter Überzeugungen, die überhaupt nicht wahr sind, Ihren Traum nicht leben, oder?


Gestalten Sie also bewusst, was Sie glauben wollen und was nicht. Denken Sie um! Denken Sie neu und werfen Sie alte Denkmodelle über Bord, die Ihnen nicht nützlich sind.



4. Weitere hilfreiche Fragen


  • Was würden Sie tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde und Sie bereits alle Ihre finanziellen und materiellen Ziele erreicht hätten?

  • Welche Ihrer Begabungen würden Sie vermarkten, wenn Sie es könnten?

  • Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie nur noch 1 Jahr zu leben hätten?

  • Wenn Sie es frei entscheiden könnten... Womit möchten Sie gerne mehr Zeit verbringen?

  • Was ist Ihre persönliche Wenn ... dann ... – Lüge? (z.B. Wenn ich nur lange genug durchhalte dann wird es bestimmt besser. Oder: Wenn ich dieses Projekt beendet habe dann ... Wenn mein Chef erstmal weg ist dann... usw.)


Die Suche nach sich selbst und nach verborgenen Träumen, Talenten, Antreibern, Wünschen und Bedürfnissen kann dauern. Es braucht Zeit, Ruhe und den nötigen Raum, um sich Gedanken machen zu können und in sich zu gehen, um Antworten zu finden. Daher ist es ratsam Schritt für Schritt vorzugehen und zunächst Teil 1 zu bearbeiten. Nehmen Sie sich die Zeit.


Teil 2 folgt in 2 Wochen, in dem es darum gehen soll, wo sie eigentlich hin möchten und wie Sie Ihr Ziel erreichen können.


Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Erfolg und vor allem Zeit für sich!


Ich freue mich auf Sie!

Sie möchten ein Coaching anfragen? Oder haben noch Fragen zum Thema? Gerne!

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