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Das Leben als Expat-Frau? Denken Sie auch an sich?!


Führt der Weg eine ganze Familie ins Ausland, ist es nicht selten der Job des Mannes, der diesen Weg ermöglicht oder eben auch erforderlich macht. Aber was bedeutet das für die Frauen, die zuvor in Deutschland berufstätig waren und damit teilweise auch finanziell unabhängig? Welche möglichen Herausforderungen können auf sie zukommen?



Herausforderungen


Ein Umzug birgt ohne Frage jede Menge Herausforderungen für die ganze Familie. Manchmal sind sie größer, manchmal kleiner. Das hängt von vielen Parametern ab, wie u.a. vom Ort der Entsendung (und damit von kulturellen und sprachlichen Herausforderungen), von der persönlichen Einstellung sowie von der Unterstützung und vorhandenen Netzwerken vor Ort.


Um nur einige zu nennen:


  • Den Frauen fehlt im Ausland möglicherweise eine Perspektive und eine Struktur im Alltag. Während der Mann direkt in einen neuen Arbeitsalltag inklusive neuer beruflicher Kontakte eingebunden ist, gibt es für die Partnerinnen diesen Orientierungsrahmen nicht. Dies kann zu Spannungen und Frustration führen.

  • Schafft es die Frau mittelfristig nicht sich im Ausland einzuleben, beeinflusst diese Unzufriedenheit nicht nur das Leben der Frau, sondern birgt ebenfalls ein Risiko für die Zufriedenheit des berufstätigen Partners und die gesamte Familie. Laut der Studie "Expat Insider 2019 Business Edition", in der u.a. untersucht wurde, vor welchen Herausforderungen internationale Fachkräfte in der neuen Heimat stehen, wurde die Zufriedenheit des Expat-Partners als wichtiges Kriterium für eine gute Zeit im Ausland identifiziert und im Umkehrschluss als häufiger Grund genannt, eine Entsendung verfrüht abzubrechen.

  • Die Frauen sind meist finanziell abhängig vom anderen. Während der Partner für seine berufliche Aufgabe Geld bekommt, bleiben die Frauen zu Hause und kümmern sich um Haushalt, Kinder und gehen ggf. einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach, was natürlich nicht entlohnt wird.

  • Wenn die Frauen dem Partner ins Ausland folgen, verbessert das in der Regel die eigenen beruflichen Zukunftschancen nicht. Viele Jahre ohne Berufspraxis und ohne Weiterbildungen können bewirken, dass eine Rückkehr in viele Bereiche des Arbeitsmarktes, auch in Zeiten des viel diskutierten Fachkräftemangels, schwerer möglich ist.

  • Auch der berufstätige Partner muss sich natürlich auf die veränderten fachlichen, sprachlichen und kulturellen Aspekte einstellen, was wiederum Auswirkungen auf das Familienleben haben kann. Manchmal gelingt dies sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld nicht so gut, wie vorher erwartet. Auch kann es sein, dass die Work-Life-Balance eben nicht ausgewogen ist (Mehr Work statt Life). Wenn die Erwartungshaltung im Vorfeld eine andere war, hat dies ebenfalls Potenzial für Spannungen.



Mittendrin im Abenteuer Ausland


Neben den höchstpersönlichen, sind es zumeist die finanziellen sowie beruflichen Themen, die der Weg ins Ausland mit sich bringt.



Finanzielle Abhängigkeit


In Zeiten von Madame Moneypenny, die die Meinung vertritt, dass die Frauen sich selbst um ihre Finanzen kümmern sollten und sich nicht ausschließlich auf die Männer verlassen können, ist es doch auch sehr wichtig, wo die Expat-Partnerinnen auf diesem abenteuerlichen Weg beruflich und folgerichtig finanziell bleiben.


„75% der Frauen zwischen 35 und 50 Jahren droht später die Altersarmut“ (Natascha Wegelin: https://madamemoneypenny.de/wer-ist-madame-moneypenny/).


Ich war schockiert, als ich diese Zahl gelesen habe. Jedoch ist es leider Fakt, dass die Altersarmut vor allem Frauen treffen wird. Denn insbesondere die Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit für Elternzeit, Kinderbetreuung und eben auch, um ihre Männer um die Welt zu begleiten oder schränken ihre Erwerbstätigkeit bei Rückkehr vermehrt durch Teilzeitmodelle ein.


Aber natürlich ist es in dieser Situation schwierig. Die meisten haben ja alles aufgegeben, um dem Mann ins Ausland zu folgen. Wie soll denn nun auch noch die finanzielle Unabhängigkeit gelingen? Vielleicht ist der Zeitpunkt nicht der Richtige und es muss auch nicht sofort sein, aber wir sollten auf keinen Fall aus den Augen verlieren, dass es für die meisten von uns ein zurück in die Heimat geben wird, früher oder später.


Daher ist es vielleicht doch kein so schlechter Zeitpunkt, sich abseits des alltäglichen Arbeitstrotts mit sich und seiner finanziellen Situation auseinanderzusetzen.



Was kann ich tun?


Dieses Thema ist super wichtig für alle, aber insbesondere für uns Frauen und unsere Altersvorsorge! Daher rate ich Folgendes:


  1. Ist-Situation analysieren: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre persönliche finanzielle Situation und schauen Sie, wo Sie eigentlich stehen und wie es um Ihre Absicherung im Alter bestellt ist.

  2. Lebensziele definieren: Wie möchten Sie ihr Leben weiter gestalten? Was sind Ihre kurz- und langfristigen Ziele? Welche Wünsche möchten Sie sich noch erfüllen? Wie sieht es mit der Familienplanung aus? Stehen größere Anschaffungen im Raum? Gibt es Schulden und Kredite, die noch abgezahlte werden müssen? Das sind alles Fragen, die eine Rolle in Bezug auf Ihre finanzielle Situation spielen und auch darauf, wie Sie diese zukünftig gestalten wollen und können.

  3. Lösungen erarbeiten: Wenn Sie Ihren Status Quo kennen und zudem Ihre Ziele erarbeitet haben, sollten Sie für sich überlegen, wie Sie Ihre Ziele erreichen können. Ob Sie sich hinsichtlich Ihrer finanziellen Absicherung für Renten- oder Lebensversicherungen, Aktien, Fonds, Immobilien oder die Anlage in andere Sachwerte entscheiden oder zusätzlich staatliche Unterstützungen nutzen wollen, entscheiden Sie ganz alleine. Wichtig ist, die von Ihnen gewählte Option sollte zu Ihrem Leben passen.

  4. Starten: Das Thema Finanzen und auch Altersvorsorge ist insbesondere für Frauen ganz häufig ein Thema das extrem „unsexy“ ist. Dennoch braucht es je nach Anlagewahl gar nicht so viel, um zu starten. Häufig genügen schon kleine Beträge. Was es jedoch dringend braucht, ist eine Entscheidung.


Madame Moneypenny ist beispielsweise sicherlich gut geeignet, um sich dem Thema Finanzen zu nähern. Es gibt viele Frauen, die begeistert sind von den Ideen und Impulsen von Natascha Wegelin. Darüber hinaus gibt es unzählige Literatur sowie Internetbeiträge zum Thema Geldanlagen, finanzielle Unabhängigkeit, Altersvorsorge usw. Versuchen Sie es doch auch!



Berufstätigkeit aufgeben


Neben den finanziellen Auswirkungen legen wir Frauen oft unsere eigenen beruflichen Ziele und Vorstellungen zunächst auf Eis, wenn es sich nicht mit dem Auslandsaufenthalt vereinbaren lässt.


Auch ich kenne dieses Thema sehr gut...


Seit mittlerweile fast 2,5 Jahren lebe ich mit meinem Mann und unserem Sohn in Madrid und es war bisher rückblickend eine absolut richtige Entscheidung. So wird es vielen gehen. Aber auch ich habe meinen Job für diesen Schritt aufgegeben und wenn es keine andere Lösung gibt, ist es für viele Frauen ein unumgänglicher Schritt, um mit der Familie ins Abenteuer Ausland aufzubrechen.


Anfangs ist auch alles kein Problem! Diese Erfahrung ist aufregend und spannend. Die alte Routine lässt man dafür auch gern mal hinter sich. Auch ich kann mich noch gut an die erste Zeit hier in Madrid erinnern. Die Berge an Papierkram, die bewältigt werden mussten und gefühlt kein Ende nahmen. Das Haus, was eingerichtet werden wollte und unser Sohn, der sich anfangs schwer tat mit der Umstellung und besonders viel Zeit brauchte. Dann natürlich noch die Sprache, der neue Alltag, eine neue Routine, neue Wege... Alles neu, aufregend und aufwendig.


Aber was ist, wenn der Papierkram erledigt ist und sich alles mehr oder weniger gefunden hat und läuft? Der Mann geht zum Job, die Kinder in den Kindergarten oder die Schule und man selbst? Sind wir schon angekommen im Land und in unserer neuen Rolle? Zuvor berufstätig und mitten im Leben stehend, genügt es uns nun, den Haushalt zu schmeißen und die Kinder zu umsorgen? Vielleicht kommt noch der Sport- und Sprachkurs dazu und das Kaffeekränzchen mit Gleichgesinnten, insofern es welche gibt. Vielleicht genießen wir diese Auszeit eine ganze Weile, vielleicht auch länger, aber was ist dann? Was ist mit unserer beruflichen Weiterentwicklung? Was ist mit unserer beruflichen Zukunft? Was ist mit dieser Anerkennung und mit dem Erfolg, den es vorher gab und der nun wegfällt? Kennen Sie das?


Bei mir war nach ca. 1 Jahr der Punkt erreicht, an dem ich festgestellt habe, dass dieses Leben zwar wahnsinnig schön, aber nicht für mich gemacht ist. Die Zeit im Ausland ist wunderbar mit fast allem was dazugehört. Ich liebe es! Insbesondere der Spracherwerb und die vielen neuen Kontakte sind großartig und bereichernd, aber ohne jegliche berufliche Idee und Projekte, für mich unvorstellbar. Man kann eben nicht aus seiner Haut. ;-) Zudem kann ich nie die Augen davor verschließen, dass es irgendwann eine Rückkehr nach Deutschland geben wird und das Leben dort dann normal weiterläuft.


Möglicherweise ist es gut, die wunderbare Erfahrung im Ausland leben zu können, zu genießen und mit allen Sinnen zu nutzen, aber eben auch nicht vollständig darin unterzugehen.


Stellen auch Sie sich die Frage, was die Zeit im Ausland für Sie und Ihre berufliche Zukunft bedeutet?



Was kann ich tun?


Das erste was Sie tun können, ist sich der einzelnen Themen bewusst zu werden und sich die Frage mal zu stellen, wie es beruflich weitergehen soll. Nutzen doch auch Sie den Bruch und die räumliche Veränderung eines Auslandsaufenthaltes, um mal alles auf den Prüfstand zu stellen – in Ruhe und ohne Druck. Denn es ist sicherlich nicht einfach, in einem anderen Land, in dem kulturelle, sprachliche und gesetzliche Unterschiede eine Herausforderung für sich sind.


Stellen Sie sich folgende Fragen:


1. Möchte ich während der Zeit im Ausland arbeiten oder gibt es andere Beschäftigungen, die mich mehr reizen?


  • Wenn Sie nicht arbeiten möchten, Ihnen aber dennoch eine Beschäftigung fehlt, erstellen Sie (auch mit Hilfe von anderen) eine Liste von Möglichkeiten. Schließen Sie sich Netzwerken an, schauen Sie was Sie interessiert, überlegen Sie, wo Sie ehrenamtlich unterstützen können usw.

2. Ist meine vorherige berufliche Richtung noch das, was ich auch zukünftig machen möchte?


Wenn ja, ...

  • ... wie kann ich mich beruflich weiterentwickelnund weiterbilden?

  • ... kann ich aufgrund der räumlichen Situation meinen Job weiterhin ausüben?

Wenn ja, ...

  • ... was brauche ich ggf. zusätzlich dafür und wie gehe ich es an?

Wenn nein, ....


Wenn nein, ...

  • ... ist ein beruflicher Neuanfang eine Idee für mich? Welche Einfälle habe ich dazu? Was oder wer könnte mir helfen, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen? Lesen Sie hierzu meinen Beitrag „Wofür schlägt Ihr Herz? Finden Sie Ihre Berufung.“

  • ... Womit möchte ich gerne mehr Zeit verbringen? Womit habe ich meine Lebenszeit bisher verschwendet?

  • Was sind meine Ziele für die Zukunft?

  • Was möchte ich persönlich und beruflich ganz konkret für mich erreichen?

  • Gibt es einen Traum, den ich in den nächsten 5 Jahren verwirklichen möchte?

  • Welche Entscheidung, die ich jetzt treffe, könnte die wichtigste für meine nächsten Jahre werden?


Bei mir war es relativ einfach die Idee zu finden, mit der ich starten wollte. Als Personalerin mit Coaching-Ausbildung bot es sich an, genau das auch im Ausland zu machen. So wagte ich das Abenteuer Freiberuflichkeit im Bereich Coaching.


Vielleicht bringen auch Sie bereits eine Ausbildung, Vorkenntnisse oder Interessen auf einem Gebiet mit, die Sie gut nutzen können, um beruflich auch im Ausland voranzukommen?!



Zurück ins alte Leben


Nun kommt der Tag irgendwann. Es geht zurück nach Deutschland. Nicht nur der Umzug muss geplant werden, sondern es stellen sich schon wieder viele Fragen:


  • Wie geht es beruflich weiter?

  • Wie gelingt der Wiedereinstieg?

  • Wie hat die Zeit im Ausland mich verändert?

  • Wie kann ich mich auf den bekanntlich umgekehrten Kulturschock vorbereiten?


Auch für die Männer ist der Schritt zurück häufig nicht leicht. Ganz nach dem Motto: „Im Ausland ein Fürstchen, zu Hause ein Würstchen“. Diese Zeit im Ausland macht etwas mit einem. Neue Herausforderungen müssen gemeistert und neue Kompetenzen erworben werden.


Vorher interkulturell und plötzlich wieder kleinkariert deutsch. Nach den Herausforderungen fragt niemand und die Kompetenzen können nicht angewandt werden. Der alte Arbeitsplatz ist weg oder anders. Anerkennung und Wertschätzung für Erlebnisse und Erfahrungen während des Auslandsaufenthaltes gibt es kaum. Frustration und Unzufriedenheit sind da vorprogrammiert.


Sollten die Unternehmen ein Beratungs- oder Unterstützungsangebot haben, sollte dieses im Bedarfsfall auf jeden Fall genutzt werden. Es kann helfen, diesen umgekehrten Kulturschock besser zu meistern und sich auf diese meist gar nicht so bewusst eingeplanten Herausforderungen besser vorzubereiten. Setzen Sie sich idealerweise bereits vor Ende des Auslandsaufenthaltes mit Ihrem Rückumzug auseinander und überlegen Sie, was Sie persönlich dabei unterstützen kann, Ihre beruflichen und natürlich auch privaten Weichen neu zu stellen.


Unterstützung Coaching


Auch ein Coaching kann dabei unterstützen Ihre persönliche Lösung im Ausland oder beim Rückumzug zu finden und/oder zu erarbeiten.


Ein Coaching kann sowohl für den Berufstägigen im Ausland wirkungsvoll und hilfreich sein, als auch für den mitgereisten Partner. Es bietet die Möglichkeit neue Impulse für die Karriere zu geben oder auch dabei zu unterstützen, den Alltag besser zu gestalten, die Situation genau zu beleuchten und die Antworten auf Ihre Fragen zu finden. So wie Sie es brauchen!


Suchen Sie ein professionelles Coaching oder haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


U.a. Folgende Anlässe können Sie oder Ihren berufstätigen Partner aus persönlichen Gründen ins Coaching führen:


  • Sie möchten Ihre persönlichen Bedürfnisse und Werte klären, sowie Ihr Ziel definieren und brauchen Unterstützung bei der Umsetzung?

  • Sie suchen Stabilität und Struktur in diesem neuen flexiblen Leben?

  • Sie und Ihr Partner überlegen sich, wo das Leben als Expat hinführen und wo die Reise langfristig hingehen soll? Sie möchten gerne Ideen und Optionen entwickeln und diese umsetzen?

  • Umzug, Positionswechsel und daraus resultierende familiäre Belastungen führen zu Stress, der Ihnen/Ihrem Partner gesundheitlich zu schaffen macht? Sie bzw. Ihr Partner möchten einen besseren Weg finden, mit der Situation umzugehen?

  • Die Rückkehr ist geplant und Sie möchten sich auf das vorbereiten, was auf Sie zukommt? Oder Sie/Ihr Partner sind bereits in der Phase des Zurückkehrens, fühlen sich allerdings fremd. Es ist unklar, ob ein neuer Platz im Unternehmen gesucht oder ein beruflicher Neuanfang angestrebt werden soll?


U.a. Folgende berufliche Gründe können in ein Coaching führen:


  • Erweiterung der Führungskompetenzen.

  • Übernahme einer neuen und herausfordernden Position oder Aufgabe, Unterstützung beim Finden der eigenen Rolle sowie bei der Entwicklung einer Strategie und deren Umsetzung.

  • Teamkonflikte oder Konflikte mit Mitarbeitern sollen gelöst werden.

  • Beruf und Privatleben sollen besser miteinander kombiniert werden und es braucht eine Life-Balance-Strategie.

  • Eine wichtige Entscheidung steht an, die reflektiert und abgesichert werden soll.

  • Die Sinnfrage steht im Raum und es soll herausgefunden werden, wo die persönlichen Ziele langfristig liegen und ob das Expat-Leben das Richtige ist.


Info:

Natürlich kommt es auch vor, dass Frauen von ihren Firmen versetzt werden und dann die Männer mitgehen. Da dies allerdings eher seltener der Fall ist, habe ich mich in meinem Beitrag auf die mitreisenden Frauen konzentriert.


Ich wünsche allen eine großartige und inspirierende Zeit im Ausland, viel Energie für das Umsetzen von Ideen und das Angehen von Herausforderungen.


Was sind Fragestellungen die Sie beschäftigen? Vor welchen Herausforderungen stehen/standen Sie? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.